Was ist EMS?

Definition EMS Training

EMS bedeutet elektrische Muskelstimulation. Während beim konventionellen Training die Muskeln über elektrische Signale vom Gehirn gesteuert werden, um eine Kontraktion und somit eine Bewegung auszulösen, erhält die Muskulatur beim EMS Training elektrische Impulse von außen zugeführt.

Die Elektro-Myo-Stimulation (EMS) kommt aus der Physiotherapie. Dabei werden Elektrodenwesten oder Elektronen angelegt und damit die Muskeln stimuliert. Durch die Elektroimpulse spannen sich die Muskeln kurz an und erschlaffen wieder. Muskeln erhalten ihre Befehle vom Gehirn in Form von kleinen elektrischen Impulsen. Der Muskel spannt sich daraufhin, ohne dass zuvor ein Reiz vom Gehirn erforderlich ist. Der Muskel ist nicht in der Lage die Herkunft des Signals zu ermitteln. Der Reiz- oder Impulsstrom ist ein rhythmischer ansteigender und wieder abfallender Strom mit einer Frequenz zwischen 0,1 und 1.000 Hz.

Das Training des Ganzkörper EMS verbindet die Vorteile aus konventionellem Training und einer neun innovativen Form der EMS. Durch gleichzeitiges Aktivieren von Agonisten und Antagonisten sowie der schwer zu erreichenden Stabilisation findet ein echtes Ganzkörpertraining statt. Die Muskeln sind länger und intensiver trainierbar. Desweiteren vermeidet ein gleichzeitiges Training aller großen Muskelgruppen einseitige Belastung und Dysbalancen. Durch die gleichzeitige Anspannung werden Schonhaltungen ausgeglichen und dadurch häufig Fehlbelastungen vermieden.

Ausrüstung

Man trägt eine Jacke oder Weste mit Manschetten an Armen und Beinen dazu noch eine Hüfgurt .Dies ist mit Kablen verbunden die mit Anschluss an die Statoin über die die Regulierung des Strom vom Trainer statt findet. Die Besonderheit ist das der Anzug nass ist um den Strom besser zu leiten. Dann startet man mit den Übung die mit dem eigenen Körper Gewicht ausgeführt werden. Die Übungen sind so etwas wie Liegestützen, Sit-Ups etc.

 

 

 

 

Unterschied EMS zum Fitness Training

Beim konventionellen Fitness Training arbeiten wir gegen ein physikalisch wirkendes Gewicht. Dieses Gewicht bewegt sich durch das Arbeiten unserer Muskeln, die über das Nervensystem angesteuert werden. Je höher das Gewicht, desto mehr motorische Einheiten werden aktiviert. Allerdings ist hier die Rekrutierungssequenz begrenzt.

Im Vergleich dazu, wird beim EMS Training der Muskel über einen elektrischen Impuls von einem Steuergerät angesteuert. Dadurch wird erreicht, dass nahezu alle motorischen Einheiten innerhalb eines Muskels aktiviert und somit auch trainiert werden. Dies ist mit der konventionellen Trainingsmethode in diesem Ausmaß nicht möglich!

Ein weiterer Unterschied ist, dass beim EMS Training Agonist und Antagonist gleichzeitig angesteuert werden. Dies ist bei der konventionellen Trainingsmethode ebenfalls nicht möglich. In Bezug auf das Rekrutierungsverhalten der Muskulatur ist folgender Unterschied festzustellen:

Unsere Skelettmuskulatur setzt sich überwiegend aus schnell zuckenden Fasern (Fast-Twitch-Fasern) und langsamen Fasern (Slow-Twitch-Fasern) zusammen.

Beim konventionellen Training werden zuerst die für Ausdauer verantwortlichen ST-Fasern angesteuert. Erst bei höheren Intensitäten kommen dann die FT-Fasern dazu.

Mit EMS Training hingegen verändert sich das Rekrutierungsverhalten. Die schnell zuckenden Fasern (FT) werden zuerst angesprochen und somit auch von Anfang an trainiert.

Vorteile des EMS Training

Das System ermöglicht über die Kombination von willentlicher Kontraktion und zusätzlicher elektrischer Reizsetzung völlig neue Impulse für die Muskulatur bei gleichzeitiger Schulung der Koordination in einem breiten Einsatzbereich.

Je nach Wahl der Stimulationsfrequenz lassen sich die unterschiedlichen Muskelfasertypen direkt ansteuern. Dadurch werden die Trainingseinheiten sehr intensiv und benötigen dementsprechend wenig Zeitaufwand (20 Minuten).

EMS aktiviert vorzugsweise die großen, schnell kontrahierenden motorischen Einheiten. Niederfrequente EMS (z.B. 5-10 Hz) kann genutzt werden, um die Ermüdungswiderstandsfähigkeit bei Ausdauer-Athleten zu erhöhen.

EMS ermöglicht schnellen Muskelaufbau nach Sportverletzungen. EMS kann eine intensivere Muskelkontraktion hervorrufen als klassisches Krafttraining. Tiefer gelegene Muskelgruppen können mühelos erreicht werden.

EMS ermöglicht eine Faserverschiebung sowohl in Richtung schneller als auch in Richtung langsamer Muskelfasern; Untersuchungen ergaben Anstiege der Mitochondrienzahl von 35-55 % bei Typ-II-Fasern, 10-20 % bei Typ-I-Fasern.

Das Training ist nahezu frei von mechanischen Gelenkbelastungen – es ist somit auch für Schmerzpatienten ideal geeignet.

 

Zusammengefasst lässt sich EMS beschreiben als hocheffektives Ganzkörpertraining, bei dem schon mit niedrigem Zeitaufwand von ca. 20 Minuten pro Woche eine Vielzahl muskulärer Trainingsziele erreicht werden können. Die Kombination willentlicher Muskelspannung, sportart-oder alltagsspezifischer Bewegungen und der zeitlichen Aktivierung aller großen Musklelgruppen setzt dabei völlig neue Impulse, das Training wird entsprechend kurz und intensiv.
 

Zielgruppen des EMS-Trainings

Frauenwie auch Männer

Senioren

Sportler

Läufer und Ausdauersportler

Personen mit wenig zeit

Verletzte

Kranke (Kontraindikatoren beachten)

 

In Studien nachgewiesene Effekte von Rückentraining mit EMS

  • 88 % der Teilnehmer konnten ihre Rückenbeschwerden deutlich reduzieren
  • Bereits nach 2 Trainingseinheiten waren 20 % beschwerdefrei, nach 6 Wochen sogar 50 %
  • Nach 2 Wochen WMS wurde die Schmerzintensität gesenkt, nach 6 Wochen sogar um 87 %
  • Nach 6 Wochen EMS waren bei 44% der Teilnehmer die chronischen Rückenbeschwerden komplett verschwunden.
  • Die Ausdauer bei typischen Rückenbelastungen im Alltag verbesserte sich um 30 %
  • Die größten Verbesserungen wurden bereits innerhalb der ersten 2 bis 4 Trainingseinheiten erzielt.