Toyohashi (Japan) ist eine Partnerstadt von Wolfsburg und es ist eine Tradition entstanden mit einer Delegation zum Halbmarathon der jeweils anderen Stadt anzureisen. Am 25.3. war der Halbmarathon in Toyohashi und eine fünfköpfige Gruppe (zwei Läufer und drei Offizielle) durfte dieses Mal die Reise antreten. Auf Grund der langen Reise bin ich bereits am Samstag eine Woche vorher angereist, habe mir viele schöne Sehenswürdigkeiten angeschaut und den Jetlag verarbeitet. Die Anderen sind erst am Donnerstagabend dazugestossen und wir haben uns in Toyohashi bei einem sehr freundlichen Empfang der Japaner getroffen. Generell sind die Japaner sehr freundlich und hilfsbereit. Die nächsten beiden Tage vor dem Wettkampf waren prall gefüllt mit Treffen des Bürgermeisters und anderen Verantwortlichen, Museums- und Konzertbesuchen, sowie der Streckenbesichtigung. Abends gab es jeweils Empfänge mit der lokalen Deutsch-Japanischen Gesellschaft und den Sponsoren des Marathons. Dort trafen wir auch auf aktuelle und ehemalige Sportgrößen Japans. Bei fast jeder Veranstaltung mussten wir Sportler (Miriam Mletzko vom VFL und ich) Interviews geben und wurden anschließend auch für die Presse fotografiert.

 

Am Wettkampftag wurden wir nach einem weiteren Interview mittig in die erste Reihe neben den großen Favoriten und späteren Sieger (1:06) gestellt. Die Gastfreundschaft ist wirklich überwältigend in Japan. Nach dem Startschuss hieß es erst einmal an die Seite des Feldes zu sprinten und 9 (!) km überholt zu werden. Das Wetter war wie die Tage zuvor super, aber etwas zu warm (wir hatten anschließend alle einen Sonnenbrand), lockte dafür aber auch sehr viele Zuschauer an die Strecke und sorgte so für eine super Stimmung. Für Abkühlung sorgte die Flüssigkeit an den regelmäßigen Verpflegungsstellen … auf Grund der Schriftzeichen allerdings des Öfteren auch isotonisches trinken. An den Verpflegungsstellen gab es auch Tomaten und Erdbeeren. Die erste Hälfte der Strecke ging durch die Stadt und führte auch an einigen Bäumen mit der wunderschönen Kirschblüte vorbei. Offene Felder mit einem weiten Blick und starkem Gegenwind waren Teil der zweiten Hälfte.

Nach 1:47:09 kam ich auf Platz 1028 von 5358 Finishern ins Ziel. Miriam konnte mich circa 4km vor dem Ziel überholen und war letztendlich 30 Sekunden schneller. Abends gab es bei unserem Lieblingskoch ein weiteres Festmahl (selbstgemachte Sushi) bevor man die letzten Kräfte in einer Karaoke-Bar mobilisierte. Vor der Abreise nach Deutschland konnten wir noch einen Tag in Tokio mit Sightseeing verbringen.

Japan ist (nicht nur zum Sport) eine Reise wert. Vor allem die Freundlichkeit, das gute Essen und die Disziplin wird in Erinnerung bleiben. Ich freue mich schon auf den Besuch der Japaner zum Wolfsburg-Marathon im September.